Kaffee aufs Haus:

Steuerfreie Mitarbeitermotivation

Ein kühles Mineralwasser im Sommer, einen leckeren Cappuccino beim Schwätzchen in der Kaffeeküche und nach dem Mittagessen erst einmal einen Espresso. Und das alles bezahlt vom Chef. Was für die einen klingt wie eine bloße Wunschvorstellung, ist für andere der normale Alltag im Büro. Denn obwohl sich fast alle Arbeitnehmer kostenlose Getränke am Arbeitsplatz wünschen (95 %), ist dies nur für die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland (52 %) gelebte Realität. Das zumindest sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von 1.000 Arbeitnehmern im Auftrag von „Indeed“, der nach eigenen Angaben weltweit größten Jobseite.

Kaffeespezialitäten im Betrieb: Was Mitarbeiter wollen

 

Interessant ist, was Mitarbeiter sich konkret wünschen: zu 67,8% Mineralwasser, zu 58,8% Kaffee, zu 41,5% Tee und zu 3,1% alkoholische Getränke.

Wenn Unternehmen freie Getränke anbieten, decken sie sich fast damit. In den Betrieben gibt es: zu 47,2% Kaffee, zu 37,3% Mineralwasser, zu 33,4% Tee und sogar zu 2,3% alkoholhaltige Getränke.

 

Die Differenz zwischen dem generellen Wunsch nach Freigetränken auf der einen und dem tatsächlichen Angebot auf der anderen Seite ist allerdings mindestens genauso bemerkenswert. Denn die Mitarbeiterzufriedenheit ist in Zeiten von Job-Bewertungs-Seiten und Fachkräftemangel extrem wichtig, wenn sich ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber präsentieren will. Und gerade kostenlose Getränke, wie man sie beispielsweise am Kaffeevollautomaten bekommt, sind – im Vergleich zu Gehaltserhöhungen oder einem Dienstwagen – ein extrem günstiges Instrument, um solch einen Wert zu erhöhen.

Steuerrechtliche Vorteile für Arbeitgeber - Lecker und gesund

 

Spannend für Firmen: Getränke wie Kaffee, Wasser oder Tee, die Unternehmen ihren Mitarbeitern im Rahmen der Arbeitszeit kostenlos oder vergünstigt im Betrieb zur Verfügung stellen, unterliegen nicht der Lohnsteuer. Auch Kosten für die Sozialversicherung fallen nicht an. Hintergrund ist, dass das Finanzamt davon ausgeht, dass solche Angebote nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn zählen, sondern zu den sogenannten „Aufmerksamkeiten“.Doch nicht nur Kaffee und Co. aus dem Kaffee-Vollautomaten sind steuerbegünstigt. Auch das Anbieten von Obst – wie Äpfeln oder Bananen – sowie die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter wird auf diese Weise gefördert.

 

Bis zu einem Freibetrag von jährlich 500 Euro pro Mitarbeiter können Firmen ihre Angestellten beispielsweise dabei unterstützen, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Die Voraussetzung ist allerdings, dass die Leistung zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt wird.

 

Produziert der Betrieb selbst Lebens- oder Genussmittel wie es Brauereien oder Schokoladenfabriken tun, gibt es Steuerfreibeträge auf Personalrabatte. So können Bier als „Haustrunk“ und Süßigkeiten bis zu einem Freibetrag von 1.080 Euro steuerfrei vom eigenen Betrieb erworben werden.

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