Kaffee für Kleinanleger: So investieren Sie in das schwarze Gold

23.Januar.2018 CoffeeFACTS

Kaffee, Kaffee, Kaffee: Das Erste, an das Sie morgens denken, ist Kaffee? Keine Angst, es geht nicht nur Ihnen so. Er nimmt so viel Raum in unserem Leben ein – da mag man fast schon seine Altersvorsorge an Kaffee ausrichten. Kein Witz: Warum nicht Kaffee als Wertanlage?

Schauen Sie sich die Fakten an: Kaffee ist in Deutschland Getränk Nummer Eins. 7,2 Kilogramm Kaffee konsumiert jeder von uns jährlich. In Litern gerechnet sind das etwa 162 Liter. Und in Rest-Europa oder in Amerika sieht es nicht unbedingt anders aus: Kaffee wird viel getrunken.

Vor allem sind für Anleger die Märkte interessant, die erst noch erschlossen werden. Die Investoren schauen dabei vor allem nach Asien: Beispielsweise in China steigt Kaffee derzeit zum In-Getränk auf. Vieles spricht dafür, dass es ein anhaltender Trend ist. Grund dafür sind der rasante Bevölkerungswachstum in Asien sowie der steigende Wohlstand. Unternehmen wie Starbucks sehen in Asien viel Potential: Plan des Unternehmens ist es, innerhalb von zehn Jahren bis zu 10.000 Filialen in China zu eröffnen. Unternehmensgründer Howard Schultz gibt sogar zu, dass China für Starbucks größer, mächtiger und bedeutender als das US-Geschäft werden könnte.

 

Ziemlich beste Freunde: Starbucks und die Volksrepublik China (Foto: Connie/Flickr - CC BY-SA 2.0)

 

Warum Kaffee eine gute Wertanlage ist

Bei all der Beliebtheit kommt aber hinzu, dass Kaffee ein wertvoller Rohstoff ist. Folgende zwei Faktoren sind es, die Kaffee als Wertanlage so interessant macht:

  1. Kaffee ist begrenzt, da auch die Anbaufläche begrenzt ist. Zum einen kommt nur der Äquatorraum für den Anbau im Frage. Und noch rarer ist die Anbaufläche für den beliebten Arabica (der immerhin 70 Prozent des Kaffees ausmacht). Denn Arabica kann nur in einer Höhe von 1.000 bis 2.000 Meter wachsen. Dadurch ist bei wachsendem Konsum ein zukünftiger Anstieg des Kaffeepreises zu erwarten.
  2. Kaffee ist empfindlich. Auch muss das Klima stimmen: Unwetter oder Dürrephasen können die Ernte schnell vermiesen – was sich auf den Kaffeepreis positiv auswirken kann.

Unternehmen wie Starbucks haben das Potential erkannt. Und nicht wenige wollen auf den Erfolgszug aufspringen. Auch Kleinanleger können vom steigenden Erfolg des Kaffees profitieren.

Also ab zum nächsten Supermarkt und massenweise Kaffeebohnen kaufen? Nein, das ist nicht zu empfehlen. Kaffee ist kein Gold! Selbst dann, wenn Sie es professioneller angehen und auf Rohkaffee setzen, ist die Haltbarkeit des Guts begrenzt. Auch müsste man die Qualitätsunterschiede von gutem zu schlechtem Rohkaffee erkennen können und zudem viel Geld in Lagerfläche ausgeben.

ETCs und ETFs: Rohstoff-Fonds für Kleinanleger

Empfehlenswerter ist es, nicht auf den Kaffee direkt, sondern auf den Wert des Kaffees zu setzen. Es gibt diverse Anlagemöglichkeiten, die stark mit dem Kaffeepreis gekoppelt sind. Naheliegend wären da sogenannte Exchange-traded Commodities (ETCs), das sind börsengehandelte Rohstoffe. Hier setzen Sie auf den Rohstoff (z. B. Kaffee) direkt. Übrigens: Kaffee wird nicht in Euro gehandelt. Deswegen sollte Sie – unabhängig von der Anlageform – nur auf solche Anlagen setzen, die „währungsbereinigt“ sind. Nur so können Sie sich gegen Währungsschwankungen schützen.

ETCs haben aber auch den Nachteil, dass diese als Anleihe eingestuft werden. Sollte die Bank, die den jeweiligen ETC herausgibt, insolvent gehen, dann wäre auch der Wert der Anlage möglicherweise in Gefahr. Möchten Sie auf Nummer Sicher gehen, dann sind nicht ETCs, sondern ETFs die bessere Wahl. Dies sind börsengehandelte Fonds, Exchange-traded Funds genannt, die bei einer möglichen Insolvenz als „Sondervermögen“ geschützt wären.

Die meisten ETFs sind nicht irgendwelche Fonds, sondern Indexfonds. Verglichen zu Investmentfonds gibt es hier keinen „aktiven“ Fondsmanager, der für die ETFs aussichtsreiche Aktien festlegt. Indexfonds sind „passiv“: Sie orientieren sich an einem bestimmten Markt (beispielsweise dem Dax) und bilden diesen Index in dem Fond nach. Wenn also der Dax steigt, steigt auch ein ETF, der sich daran anlehnt. Spezielle Rohstoff-ETFs können sich aber durchaus auch am Kaffeemarkt orientieren. Sie funktionieren wie ETCs, sind aber gegen Insolvenz des Kreditinstituts geschützt.

Kaffee für risikofreudigere Anleger

Böse Zungen sagen, dass ETFs nicht die klügsten Anlagen sind. Erfolg und Verlust steigen und sinken mit dem Markt. Eine Überrendite wäre da unmöglich. Wer also risikofreudiger ist, der setzt auf aktiv gemanagte Fonds. Auch können Sie sich an sogenannte ETNs, Zertifikate oder Optionen herantrauen, wenn Sie auf mehr Rendite aus sind.

Beispielsweise Zertifikate sind keine Aktien oder Fonds, sondern sogenannte „Schuldverschreibung“. Zertifikate, die mit dem Kaffeepreis verknüpft sind, sinken und steigen mit dem Wert des Kaffees. Doch auch hier besteht wieder die Gefahr der Geldverlusts bei einer Insolvenz der Bank. Deswegen: Lassen Sie sich ausreichend von Ihrem Broker beraten, bevor Sie Ihr Geld anlegen.

Achterbahnfahrt beim Kaffeepreis

Egal, wofür Sie sich entscheiden: Ist die Anlage mehr oder weniger am Kaffeepreis gebunden, dann sollte Ihnen bewusst sein, dass dies ein klares Spekulationsgeschäft ist. Wie bereits beschrieben, kann z. B. das Wetter den Kaffeepreis stark nach oben katapultieren – aber es kann genauso auch in die andere Richtung gehen. Beispielsweise wurde 1994 die brasilianische Kaffee-Ernte fast vollständig zerstört, weshalb die Pfund-Preise rasant von 70 US-Cent auf 2 US-Doller anstiegen. 2001 hingegen war das Klima in den Äquatorregionen so gut, dass eine Überproduktion den Kaffeepreis auf ein Rekordtief in „Höhe“ von 41 Cent pro Pfund zwang.

 

Der Kaffeepreis (hier in US-Dollar) schwankte im Laufe der Jahre nicht unerheblich (Foto: finanzen.net)

 

Deswegen empfehlen wir: Wenn Sie mit Kaffee spekulieren, dann werfen Sie dabei einen Blick auf die Länder, die maßgeblich an der Produktion beteiligt sind. Das sind Länder wie Indien, Kolumbien, Indonesien und Vietnam. Letztes macht alleine schon ein Viertel der Kaffeeproduktion aus. Nummer Eins ist aber Brasilien, das 43 Prozent des Kaffees produziert; allein nur 378.000 Tonnen davon gehen jährlich nach Deutschland.

Wir empfehlen Ihnen:

  • Behalten Sie diese Länder im Blick – nicht nur hinsichtlich des Wetters. Auch politische Tendenzen können sich klar auf den Kaffeepreis auswirken. Schon Prognosen können den Preis ins Schwanken bringen.
  • Setzen Sie auf eine breite Streuung Ihres Depots. Investieren Sie nicht voll in Kaffee. Dieser sollte nur einen mäßigen Anteil Ihres Portfolios ausmachen.
  • Legen Sie langfristig an. Erfolgversprechend ist Kaffee für das langfristige Geschäft. Wie schon anfangs erwähnt, steigt der Markt (vor allem in Asien). Das ist aber kein schneller Boom, sondern ein nachhaltiger Trend.

In die Kaffeewirtschaft investieren

Natürlich kann man auch auf die Branche anstatt auf den Kaffee selber setzen. Aktien an Lebensmittelherstellern oder Fonds der Kaffeewirtschaft sind ebenso potentiale Anlagemöglichkeiten. Hier muss man sich aber mit jedem Unternehmen und Index gezielt befassen und sich entsprechend beraten lassen. Erfolgversprechend sind derzeit die nach Asien strebenden Unternehmen wie Starbucks oder Coca Cola. Pascal Hertier, Chef der italienischen Firma Massimo Zanetti (bekannt für Marken wie c oder Boncafe) brachte es neulich auf den Punkt: „Eine meiner Top-Prioritäten für 2018 ist China.“

 

Auch in Start-ups rund um Kaffee können Sie investieren: Crowdfunding-Projekte wie „Cold Black Nitro“ (kaltgebrühte Kaffee aus der Dose) suchen aktuell noch Unterstützer. https://www.startnext.com/angeliques-finest https://www.startnext.com/coldblacknitro

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