“Manchmal möchte man dem Nachwuchs ab und an doch mal etwas Coffein verabreichen”, murmelt die Kollegin halb scherzhaft, halb im Ernst. Es sei ja nicht zu fassen, wie lange das Kind am Wochenende in den Federn liege anstatt das Frühstück schön gemeinsam mit der Familie zu begehen. Aber, so wenden Sie jetzt ein, das sei doch gelegentlich sogar gut denn Kinder holen doch am Wochenende das Schlafdefizit der Woche nach. “Tatsächlich?”, fragt die Kollegin und schaut erstaunt drein. Klar, das haben doch Forscher in Hongkong herausgefunden…
Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin aus Weimar sowie Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bestätigt das und kann noch eine wichtige Tatsache ergänzen - Kinder, die länger schlafen reduzieren auch das Risiko auf Übergewicht: “Bekannt ist bereits, dass Schlafmangel und Übergewicht häufig miteinander verbunden sind. Neu an der Studie ist, dass Kinder und Jugendliche anscheinend fehlenden Schlaf am Wochenende und in den Ferien teilweise ausgleichen können. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder länger schlafen lassen, wenn diese unter der Woche länger wach geblieben sind.” Dies solle aber die Ausnahme sein. Denn ein ungeregelter Schlaf-wach-Rhythmus fü zu Tagesschläfrigkeit, Konzentrationsmangel, Stimmungsschwankungen und könne sogar das Verhalten negativ beeinflussen warnt Niehaus.
Professor Yun Kwok Wing und seine Kollegen von der Hongkonger Universität beobachteten mit Hilfe von Fragebögen über 5.000 Kinder zwischen fünf und 15 Jahren. Dabei nahmen sie die Lebensgewohnheiten sowie das Schlafverhalten im Verlauf eines Jahres unter die Lupe und verglichen die Resultate mit dem Body-Mass-Index der Kinder. Laut ihren Ergebnissen schliefen übergewichtige Kinder samstags und sonntags sowie in den Ferien weniger lange als ihre schlanken Altersgenossen. Dicke Kinder saßen laut der Untersuchung häufiger länger an ihren Hausaufgaben und sahen mehr fern.
“Welche Verbindung es zwischen Schlafdauer und Übergewicht gibt, konnten Schlafexperten noch nicht klären. Schlafmangel verändert nach den bisherigen Daten den Hormonspiegel von Leptin und Ghrelin, welche Sättigung und Hunger regulieren. Es ist auch erwiesen, dass müde Kinder sich weniger bewegen”, erklärt Dr. Niehaus.
Schon erstaunlich, was Forscher so alles herausfinden würden, sinniert die Kollegin während sie am Schoko-Nuss-Konfekt knabbert. Bliebe nur noch eine Frage. “Und die wäre?”, wollen Sie jetzt wissen. Ob Lehrer das wohl aus als Entschuldigungsgrund akzeptieren, wenn das Kind am Montag morgen verschläft? Schließlich ist das ja auch noch irgendwie Wochenende…
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