Büroklatsch: Nützlicher als man denkt

“Haben Sie schon gehört, die Neue, also was die sich wieder geleistet hat…” - “Ach, das ist doch gar nichts, der Kollege der anderen Abteilung erst, der ist in den Fettnapf getreten neulich…” - Klatsch und Tratsch ist im Büro eher die Regel als die Ausnahme. Der Soziologe Christian Schuldt hat herausgefunden, warum der Büroklatsch doch besser ist als man gemeinhin meint.

70% aller Informationen über den Job erfährt man durch den sogenannten Flurfunk, sagt der Soziologe. Beruflicher Erfolg beruht ebenfalls zu einem Großteil auf der Beliebtheit und Bekanntheit. Doch auch hier sollte man es nicht übertreiben: Diffamierend sollte der Klatsch nie werden. Zudem ist Klatschen auch immer ein Geben und Nehmen: “Alle Kollegen oder Bekannten, die der Klatsch ebenfalls interessieren könnte, haben ein ungeschriebenes Recht darauf, informiert zu werden”, so Schuldt.

Durch den Klatsch bekommt der Einzelne einen kleinen Wissensvorsprung, ein sozusagen geheimes Wissen - was natürlich den Reiz am Klatsch erklärt. Denn wer wollte nicht schon mal Geheimnisträger sein? Je abenteuerlicher dabei die Geschichte an sich ist, desto mehr steigert sich natürlich ihr Wert. Doch nicht nur für den Einzelnen ist Klatsch von Bedeutung, auch das gesamte Büro hat etwas davon meint der Soziologe Christian Schildt: “Klatsch ist ganz generell wichtig für das menschliche Miteinander, denn er ruft immer auch dazu auf, sich an die Werte und Normen zu halten, die in der jeweiligen Gruppe gelten. Durch Klatsch werden Regelverstöße geahndet.” Zudem: Das geheime Klatschwissen schweißt die Klatschenden als Komplizen zusammen.

Es schadet also überhaupt nicht in Bezug auf das, was Stars und Sternchen betrifft auf dem Laufenden zu sein. Allerdings: Etwas Ironie und Distanz tut dem Klatsch ganz gut. Gänzlich unverfänglicher Gesprächsstoff: Rezepte. Denn Sie können ja die Kollegen durchaus auch damit beeindrucken dass Sie wissen, wie man den perfekten Irish Coffee zubereitet.

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Coffee at Work