Türkischer Kaffe: Die Geschichte des Schwarzen Goldes

Wer einmal in einen türkischen Haushalt eingeladen wurde, der wird ihn kennen- und schätzengelernt haben: Den starken, aromatisch duftenden Kaffee, der ähnlich wie der Mocca in kleinen Tassen serviert wird. Seit dem 16. Jahrhundert ist der Kaffe in der Türkei beheimatet, der Gouverneur von Äthiopien brachte dem türkischen Sultan Süleyman das Getränk als Gastgeschenk mit. Rasch eroberte sich das schwarze Gold einen festen Platz in der türkischen Gesellschaft.

In Mekka fand man damals besonderen Gefallen an dem schwarzen Gold, dessen ursprüngliche Heimat der Jemen ist. Wie hoch der Kaffee geschätzt wurde lässt sich daran ablesen, dass man ihn in der Türkei den Stellenwert eines Staatsgeheimnisses zuerkannte. Wehe dem, der auch nur eine Bohne aus dem Land schmuggeln wollte! Drastische Strafen waren die Folge. Überliefert ist, dass später unter anderem die Holländer die Kaffeebohnen in Blumensträußen schmuggelten. Man sieht: Kaffee war damals schon heißbegehrt.

Wie geschätzt Kaffe war stellt sich im Jahre 1511 heraus. Ein regelrechter Kaffekrieg brach aus. Schuld daran: Khair-Beg, Statthalter des ägyptischen Sultans. Ein Mann des Fortschritts, der Neuerungen einführen wollte, allerdings beim Volk nicht unbedingt beliebt war. Seine Nachforschungen ergaben, dass es die Kaffetrinker waren, die ihn und seine Neuerungen verspotteten. Zudem soll Khair-Beg ein Mann gewesen sein, der eher ein asketisches Leben führte. Kurzum: 1511 wurden die Kaffeschänken in Mekka durch ein Verbot von Khair-Beg geschlossen. Der Sultan von Ägypten aber hob – zur Freude aller Kaffeetrinker – das Verbot wieder auf. Vielleicht auch, weil die Kaffeeschenken sehr viel Geld in die Staatskasse einbrachten. Auf Steuern verzichtet man ja höchst ungerne. Das erste auch so genannte Kaffeehaus der Welt wurde dann 1554 in Istanbul errichtet. Die beiden Kaufleute Hakim von Aleppo und Dschems von Damaskus werden sich sicherlich über einen Mangel an Kundschaft nicht beklagt haben…

Knapp über 100 Jahre konnten die Türken das Kaffemonopol für sich behalten. Doch nach und nach kamen die ersten Informationen über die schwarze Köstlichkeit auch nach Europa. So bereiste der Augsburger Medicus Leonhart Rauwolf 1573 – 1576 den vorderen Orient. Sein Reisebericht erschien 1582, in ihm ist das erste Mal in Europa der Kaffe direkt erwähnt. Und so dauerte es nicht mehr lange bis die Holländer als Erste das Schwarze Gold für sich entdeckten und die Verbreitung in der Welt förderten. Damit war das Kaffemonopol der Türkei gebrochen – und als später Kaffe in den Ländern der neuen Welt angebaut wurde war auch der Anbau in der Türkei nicht mehr weiter von Bedeutung.

Doch der Mythos und die zahlreichen Sagen und Geschichten, die sich um den türkischen Kaffe und seine ganz besondere Zubereitung ranken, sind bis heute geblieben. Doch wie bereitet man einen echten türkischen Kaffe zu? Was sind die Besonderheiten? Ein Blick in unser Lexikon verrät Ihnen mehr. Zum Schluß sei noch ein altes Sprichwort aus der Türkei zitiert: „Eine Tasse Kaffe bringt 40 Jahre Gefälligkeit.“

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