Der Dezember ist der Monat der Dunkelheit, der Stille und der Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit. Bei Weihnachtsfeiern kommt man sich schon einmal näher, und im Kino laufen romantische Komödien, die helfen können, Hemmungen und Widerstände abzubauen. Doch es ist gar nicht so leicht, die Herzdame - oder den Herzbuben auf sich aufmerksam zu machen - und überhaupt: Liebe im Büro? Darf das sein, kann das sein…
Das kann und darf nicht nur sein - das ist auch so! Zwischen 10 und 30 Prozent aller Paare finden sich am Arbeitsplatz, denn wo sonst ist man täglich so viele Stunden beisammen! Wo sonst kommen ähnliche Interessen zusammen, kann man feststellen, wer einen ähnlichen Humor hat und ähnliche Sichtweisen!
Doch der Schritt vom “sich mögen” zum “sich treffen” ist schwer und wird immer komplizierter, je länger dieser Schritt dauert. Also hier ein paar Tipps, wie Sie vielleicht weiterkommen, ohne sich eine unnötige Blöße zu geben:
Kino: noch immer die erste Wahl: unverfänglich beiläufig über einen neuen Film reden (oder erst einmal abchecken, welchen Geschmack er/sie denn hat - und dann den richtigen Film auswählen) - dann bedauern, dass man niemanden hat, der mit einem gehen will, wie schade, …. warten, ob etwas kommt, wenn nicht - das Ganze am besten vergessen.
Essen gehen: Variation des Kino-Themas: neues Restaurant, besonders gutes Restaurant, ausgefallene Speisekarte, tolle Einrichtung - was auch immer, wichtig ist, das Zusammentreffen in ein greifbares Bild zu kleiden, indem man es so genau wie möglich durch Worte malt. Aber nie den 1. Schritt machen und plump einladen! Ein Korb ist schmerzhaft - und eine ungern angenommene Einladung kann die künftige Zusammenarbeit belasten. Reden, reden, reden - und auf winzigste Zeichen achten, die Bereitschaft signalisieren. Nie zu schnell vorgehen, nie den/die andere/n unter Druck setzen!
Geschenke und Berührungen: kleine Mitbringsel können gerade bei Frauen Schlösser sprengen und Türen zu Herzen aufreißen. Nichts Großes, nichts Teures, nur eine liebevolle Geste wie ein paar Bonbons oder ein lustiges Büro-Spielzeugchen. Ideal ist auch, wenn es Gelegenheiten gibt, sich kurz (versehentlich) zu berühren. Schon Händedrücken (statt -Schütteln) kann eine Menge aussagen über die Kontakt-Bereitschaft des/der Begehrten. Oder länger in die Augen schauen… aber Vorsicht! Nicht übertreiben. Denn der beste Liebes-Killer ist immer noch Aufdringlichkeit und Bettelei um Liebe. Sagen Sie sich immer wieder: “ich kann ohne Dich, und ich kann mit Dir. Mit Dir ist schön, aber ohne Dich ist auch schön”
Chatten: bei jungen Leuten kommt es schnell zum Chat-Kontakt. Doch Vorsicht, Vorsicht. Das kann schnell eine Sackgasse werden, wenn es nicht in Kürze zu mehr wird. Haben sich Beide erst einmal daran gewöhnt, sich täglich kurze Mails zu schreiben, finden sie schwer zurück in eine “Real-Life” Beziehung mit erotischem Ausblick. So manch hoffnungsvoller Anfang ist in Chatrooms versackt.
Mitgefühl: “Willst Du, dass Dich jemand mag, lobe ihn und frage ihn nach seiner Kindheit”. Falls es Ihnen gelingt, den/die Begehrte in einer traurigen Situation anzutreffen, ist dies die ideale Gelegenheit für Nähe und Bindung. Nehmen Sie sich Zeit, nachzufragen. Bieten Sie an, einen Kaffee trinken zu gehen (z.B. einen leckeren Cappuccino von Coffeeatwork
) und hören Sie ganz einfach geduldig zu. Nicht von sich selbst erzählen. Bitte! Nur kurze Fragen stellen, die das Weitererzählen fördern. Besser zuviel schweigen als ein Wort zuviel reden. Keine Ratschläge (Rat-Schläge sind auch Schläge), kein “Das kenn ich, bei mir war das so…”, das braucht ein trauriger Mensch nicht. Was er braucht, ist Mitgefühl, Zeit und Struktur für sein Gefühls-Chaos. Traurigkeit ist kostbar - aber schrecklich, wenn man darin allein ist.
Zum guten Schluss: Büroliebe hat immer langfristige Konsequenzen. Entweder es klappt zwischen zwei Singles, der Idealfall. Aber doch nicht ganz unkompliziert, weil man das Büro-Miteinander neu zusammenstellen muss. Der Chef sollte nicht unbedingt der letzte sein, der es erfährt, nachdem sich die ganze Belegschaft schon über seine Unwissenheit lustig macht!
Ein Sprecher von IBM sagte übrigens einmal zu der Strategie in US-Unternehmen, Liebespaare im Büro zu untersagen und mit Rauswurf zu bestrafen: “Der Versuch, Liebschaften zu verbieten, ist so, als wollte man versuchen, schlechtes Wetter zu verbieten.”
Soweit ist es also sinnig, ganz selbstbewusst und offensiv mit der entstandenen Liebesbeziehung umzugehen. Doch häufig ist leider einer von beiden “Getroffenen” kein Single, vielleicht sogar verheiratet, vielleicht sogar mit Kindern. Da fängt dann was ganz harmlos an, wird ganz harmlos verschwiegen, dann kommt es zum ersten Stelldichein - und dann wird immer mehr alles egal.
Das Kribbeln beim Verschweigen kann der Geschichte noch ein zusätzliches Etwas geben, doch irgendwann kommt garantiert das dicke Ende - und das bedeutet nicht selten für einen von Beiden den Arbeitsplatzverlust. Normalerweise für den/die Schwächere/n, der/die kalt oder unter Tränen abserviert wird.
Ich persönlich mag keine Betrügereien, das gebe ich ehrlich zu. Jede Lüge rächt sich irgendwann, und betrogen zu werden, richtet bei dem/der Betroffenen Furchtbares an. Aber in der heutigen Zeit gibt es ja so viele Singles! Ledige, Geschiedene, mit Kindern, ohne Kinder, junge und ältere. Da sterben die Feiglinge vielleicht so langsam aus - und alle können mit erhobenem Haupt ihre Lieben leben, im Büro, ums Büro, und ums Büro herum.
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