Faule Kollegen im Büro – die “Low Performer”

Das Phänomen ist so alt wie Arbeit selbst – doch der Fach-Begriff ist relativ neu: Low Performer sind Kollegen bzw. Mitarbeiter, die weniger tun, als sie könnten – und das auf Kosten des gesamten Teams. Doch faule Mitarbeiter wieder loszuwerden, ist schwer, es sei denn, die schädigende Einstellung ist nachweisbar…
Für Kollegen sind faule Mitarbeiter, die immer nur das Nötigste tun, eine große Belastung. Erstaunlich: häufig deckt das Team sogar die ungeliebten Phlegmatiker vor den Vorgesetzten – und nimmt seufzend die parasitäre Einstellung zur Arbeit hin.

Was sind die Ursachen für Faulheit im Beruf? Sicher gibt es Menschen, die von Natur einfach parasitär eingestellt sind und denen die Mitbelastung der Anderen herzlich gleichgültig ist – doch das ist eher selten.

Wohl die häufigste Ursache für passive Arbeitsverweigerung und “Dienst nach Vorschrift” ist Überforderung. Auch mangelnde Anerkennung führt zur inneren Kündigung. Schlechtes Betriebsklima wirkt natürlicherweise destruktiv und lähmend. Ein unberechenbarer Chef kann dazu führen, dass Mitarbeiter nach dem Motto arbeiten: “Wer wenig tut, kann auch nur wenig falsch machen”.

Ebenfalls häufig lähmt Langeweile den Arbeitseifer. Wenn das Aufgabenfeld zu wenig kreative Anforderungen bietet, gibt es das Phänomen: “Bore-Out” (Aus-Gelangweilt) – im Gegensatz zum Burn-Out( Aus-Gebrannt). Kommt zum Bore-Out ein sicherer Arbeitsplatz hinzu, wird die Leistung immer schlechter – meist merkt der Betreffende es selbst nicht einmal!

Grundsätzlich gilt jedoch: wenn ein Team einen faulen Kollegen hat, sollte dies auf jeden Fall offen angesprochen werden. Das Team muss unmissverständlich zeigen, dass niemand mit dem Verhalten einverstanden ist – und dass zur Not auch der Chef informiert wird.

Ein guter Vorgesetzter wird Faulheit im Team nicht dulden. Er sollte das Gespräch mit dem Betreffenden suchen und konkrete Hilfe anbieten, z.B. Schulungen und Weiterbildungen. Der Vorgesetzte sollte deutlich machen, dass der faule Mitarbeiter nun unter besonderer Beobachtung steht. Faule Mitarbeiter mögen ständige Beobachtung natürlich überhaupt nicht.

Will man einem parasitären Mitarbeiter kündigen, ist das durchaus ein Problem. Die Arbeitsgerichte erkennen Faulheit als Kündigungsgrund nur selten an. Darum sollten die schlechten Leistungen genau dokumentiert werden. Es muss dem Gericht deutlich gemacht werden, dass der Mitarbeiter “wohl kann, aber nicht will”.

Low Performing ist durchaus ein Abmahnungs- und auch Kündigungsgrund. Der Arbeitnehmer schuldet seinem Betrieb nicht den Durchschnitt, sondern die Ausschöpfung seines individuellen Leistungsvermögens (Bundesarbeitsgericht in Erfurt). Schwierig wird es vor Gericht, dieses “Er könnte, wenn er nur wollte” nachzuweisen. Denn wenn eine Überforderung vorliegt, ist das auf keinen Fall ein rechtmäßiger Kündigungsgrund.

Quelle: Süddeutsche

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