Es ist schon erstaunlich, welche Wandlung der Bohnenkaffee in den letzten 50 Jahren erfahren hat. In meiner Kindheit sang man im Kindergarten noch: “C-A-F-F-E-E- trink nicht so viel Kaffee…” Und heute kommt fast jede Woche ein neue Studie heraus, die die gesundheitsfördernde Komponente von Kaffee betont: Kaffee hilft gegen gegen Alzheimer, Organschäden, Bluthochdruck… Unbestritten ist, dass Kaffee wach macht, die Konzentration steigert und in jedes Büro gehört - zum Beispiel mit Coffee at Work - dem Testsieger (pdf) aus dem Magazin Facts
Also untersuchen wir doch einmal alle drei Oberbegriffe es beliebten Heißgetränks, das erwiesenermaßen sogar Geschäftsabschlüsse positiv beeinflusst wie kein anderes Getränk!
Genussmittel:
Kaffee zählt zu den Genussmitteln, wie Alkohol, Schokolade, Kakao, Tee, Tabak, Zucker und Gewürze. Genussmittel sind dadurch definiert, dass sie nicht wegen ihres Sättigungsgehalts zu sich genommen werden, sondern wegen des Geschmacks und der anregenden Wirkung. Manche Forscher zählen sogar Drogen zu den Genussmitteln - doch das geht dann wohl doch ein bisschen weit.
Doping-Mittel:
Tatsächlich zählt Coffein auch zu den Doping-Substanzen. Doch Kaffee als Getränk ist kein Doping-Mittel. Denn Doping-Substanzen sind entweder verboten oder nur eingeschränkt erlaubt, weil sie stark wirken. Coffein wird manchmal zu den Doping-Substanzen gerechnet, da es - in hohen Dosen verabreicht - für Ausdauersportler leistungssteigernd eingesetzt werden kann. Hoch konzentriertes Coffein bindet freie Fettsäuren. Der Ausdauersportler kann Fett verbrennen, ohne dass sein Glycogenspeicher übermäßig beansprucht wird. Diese Glycogenreserven werden dann für den Schlussspurt verwandt. Coffein entfaltet diese Wirkung etwa 1,5 Stunden nach Einnahme - und hält bis zu sieben Stunden an.
Medizin:
wir alle kennen die anregende Wirkung von Kaffee. In der Frühzeit des Christentums und später im Islam war Kaffee sogar verboten, da die Religionswächter seine anregende Wirkung fürchteten. Kaffee stärkt die Konzentrationsfähigkeit, das Erinnerungsvermögen, wirkt gegen Müdigkeit und den berühmt-berüchtigten Leistungsabfall gegen Mittag. Darum sollte jedes Büro (70 Prozent der deutschen Erwerbstätigen arbeiten im Büro) auf eine gute Kaffee-Versorgung der Mitarbeiter achten! Frischbrüh-Kaffeevollautomaten sind der Filterkaffeemaschine in jedem Fall vorzuziehen - nicht nur aus versicherungstechnischen Gründen…
Das ist ein Teilaspekt der medizinischen Wirkung. Doch lange stand Kaffee im Verruf, durch unerwünschte Nebenwirkungen gesundheitsschädlich zu wirken. Vor allem Menschen mit Bluthochdruck und Schlafschwierigkeiten mieden den Kaffee. Viele glaubten auch, Kaffee entzöge dem Körper Wasser - und ganz fundamentalistische Ärzte empfahlen ihren Patienten tatsächlich, zu jeder Tasse Kaffee ein Glas Wasser zu trinken, um den angeblichen Flüssigkeitsverlust wieder aufzufangen! Dieser Mainstream gipfelte in dem Satz: “Kaffee ist kein Getränk und kann zur Flüssigkeitsmenge nicht hinzugerechnet werden”
Das alles ist wissenschaftlich längst überholt. Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. Zwar fördert Kaffeegenuss den direkten Drang zum Urinieren - doch die 24-Stundenmenge wird nicht beeinträchtigt. Und seit 2005 wird Kaffee eine gefäßerweiternde Wirkung zugesprochen. Es schützt tatsächlich sogar vor Bluthochdruck. Haben japanische Forscher entdeckt. Bericht bei 3Sat
Weitere medizinsch nachgewiesene Aspekte des Kaffees (nicht des isolierten Coffeins! - Die Zusammensetzung der Kaffeebohne macht’s!) sind folgende:
Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkt, vor allem bei Senioren. Zur Studie im Focus
Schutz vor Lebererkrankungen Bericht in der RP-Online
Schutz vor Brustkrebs Artikel von WDR2
Schutz vor Alzheimer und Demenz Beitrag in der Welt
Schutz vor Krebs AOK-Info
Schutz vor Schlaganfall Bericht aus der Welt
und sogar Haarausfall bei Männern! Menshealth-Beitrag
Tee und andere coffeinhaltige Getränke wie Coca-Cola wirken ähnlich - nur ist das Coffein in Kaffee konzentrierter als in Tee (Teein) oder Coca-Cola. Und im Übermaß getrunken kann Kaffee (wie jede Medizin) auch gesundheitsschädlich sein, zum Beispiel in der Schwangerschaft.
Ein bis drei Tassen Kaffee, von Jugend an, sind sicher nicht schädlich - und eine gute Prävention gegen verschiedene Gefahren des Alterns. Haben wir doch eigentlich schon immer instinktiv gewusst - doch so wissenschaftlich belegt fühlt man sich gleich viel sicherer - nicht wahr?
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