Noch in diesem Jahr wollen viele Unternehmen verstärkt neue Medien als alternative Marketing-Kanäle nutzen. Die Studie Scene7 von Adobe hat ermittelt, dass 90 Prozent der Befragten 2009 verstärkt im Web Marketing investieren wollen. Tatsächlich ist in den Bereichen Werbung, Kundengewinnung und Kundenbindung eine regelrechte Internet-Revolution im Gange. Doch was steckt überhaupt hinter den Begriffen Web Marketing, Social Marketing, Web 2.0 und E-Mail-Marketing?
Das Besondere am Web 2.0 ist - ganz grundsätzlich - die Möglichkeit, mit potentiellen Kunden interaktiv in Kontakt zu kommen. Was sich Visionäre schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wünschten, ist nun wahr geworden: man kann die Kunden direkt befragen, kann mit ihnen gemeinsam Produkte entwickeln, kann sie von unmündigen Verbrauchern zu Mitstreitern werden lassen.
Nicht nur beim Business mit Endverbrauchern, auch im B2B-Geschäft stecken die Möglichkeiten des interaktiven Internets voller Potential: Newsletter etwa sind ein gutes Instrument, um Kunden sachlich zu informieren, ihnen Entscheidungshilfen an die Hand geben und sie über eine kostenlose Dienstleistung dauerhaft ans eigene Unternehmen zu binden.
Ebenfalls gut angenommen werden die verschiedenen Spielarten der Unternehmens-Transparenz. Es ist allgemein üblich geworden, sich über potentielle Geschäftspartner mittels Google zu informieren. In den USA gibt es schon eine beliebte (Un-) Sitte, auf Visitenkarten nur noch den Namen anzugeben mit dem Zusatz “Google me”.
Unternehmens-Transparenz bieten heißt, dem Suchenden auf der Internet-Seite ein möglichst vollständiges persönliches Profil zu bieten: mit Fotos, Informationen, eventuell sogar einem Image-Film - und natürlich News. Der Internetauftritt wird immer entscheidender für den Aufbau von Geschäftsbeziehungen - eine unprofessionelle, lieblose Seite kann tatsächlich geschäftsschädigende Auswirkungen haben.
Wichtig ist auch die sorgfältige Bearbeitung von E-Mail-Kontaktanfragen. Eine Studie hat ermittelt, dass über 50 Prozent der Unternehmen allgemeine Anfragen sehr unzureichend - oder sogar gar nicht beantworten. Das darf auf keinen Fall sein. Wenn Sie in Ihr Kontaktformular die Bitte um eine Telefonnummer hinzufügen, können Sie den Kunden auch zurückrufen - das ist sympathisch und höflich.
Hier nun ein Überblick über die gängigsten Begriffe zum Thema Web-Marketing
E-Mail-Marketing:
zusammengefasst sämtliche Korrespondenz mit Geschäftspartnern über E-Mails. Im Besonderen Newsletter. Gerade die Zielgruppe der über 25-Jährigen kann man über regelmäßige elektronische Rundschreiben sehr erfolgreich (und kostengünstig) erreichen. Entscheidend ist der eindeutige Leser-Nutzen: branchenspezifische News, Hintergrundinformationen, Veranstaltungshinweise, Netzwerkkontakte. Jüngere Leute erreicht man sehr schlecht über E-Mails, da diese fast ausschließlich über soziale Netzwerke kommunizieren. Im Business ist das wichtigste Netzwerk Xing.
Social Networks:
Social Networks sind Internet-Portale, auf denen man gezielt mit Partnern kommuniziert, die man gezielt bejaht, in gewisse Kategorien bringt, in Gruppen diskutiert. Man kann chatten (schriftlich in “Echtzeit” miteinander schreiben), Fotos hochladen, Musik tauschen, mit mehreren Partnern gleichzeitig kommunizieren. In manchen sozialen Netzwerken ist auch ein Sprachaustausch über Skype möglich.
Um erfolgreich in Social Networks zu werben, bleibt in erster Linie kommerzielle Werbung. Im Trend liegt die personalisierte Werbung, deren Ursprung bei Google Adwords liegt. Personalisiert werben heiß, nach bestimmten Kriterien die Zielgruppe auswählen und nach deren Bedürfnissen Produkte anbieten. Bei Xing hat man verschiedene Möglichkeiten, Kunden und Aufträge zu akquirieren: gezielt anschreiben, in Gruppen eintreten, Gruppen gründen, Events besuchen, Empfehlungen nutzen.
Virales Marketing:
eigentlich heißt “Viral Marketing” nichts weiter als “Mund-zu-Mund-Propaganda” - aber über das Internet. Ein Unternehmen, dass diese Verbreitung im Netz nutzen will, muss ein möglichst interessantes Angebot platzieren, dass dann immer weiter empfohlen wird. Denkbar ist etwa eine kostenlose Software oder ein Formular, das weitergereicht werden kann - und mit der eigenen Werbung versehen ist. Oder ein Video, das lustig und einzigartig ist. Oder man sammelt Kommentare in Weblogs. Leserorientierte Inhalte, deren Links weitergeschickt werden, sind ebenfalls viral.
Weblogs:
32 Prozent der Befragten aus der Studie Scene7 gaben an, noch in diesem Jahr einen unternehmenseigenen Weblog starten zu wollen, so wie es Coffee at Work vor wenigen Monate getan hat. Ein Weblog ist im Prinzip eine leicht zu bedienende Software zur Erstellung von Internetseiten. Auch das Bürokaffee-Magazin ist ein Weblog. Die bekanntesten Unternehmensblogs sind:
- Der Frostablog
- Der Walther Saftblog
- Der Shopblogger
Kunden-Magazine online zu erstellen, statt in Print, ist noch neu - aber sicher eine gute Alternative zum teuren Druckerzeugnis. Außerdem kann man ein Online-Magazin sehr schön mit einem Newsletter verbinden, der monatlich auf die Inhalte des Magazins aufmerksam macht - und selbstverständlich für das herausgebende Unternehmen wirbt…
Weitere Möglichkeiten, im Internet effektives Marketing zu betreiben, sind Nutzer-Bewertungen, Gewinnspiele, Umfragen - kurz alles, was den potentiellen Kunden verführt, selbst tätig zu werden. Der Unterscheid zwischen klassischen Werbemitteln und Web Marketing ist, dass
1. die Werbung im Internet weitaus kostengünstiger ist
aber
2. viel Zeit, Sorgfalt, Kreativität und Empathie erfordert.
Denn die Erfolgskontrolle liefert das Netz gleich mit: so bleibt kein Missgriff verborgen - die Zahlen der Zugriffe und angeklickten Links sind eindeutig und lügen nicht. Das ist auch ein Grund, warum sich Werbeagenturen oft schwer tun mit Web Marketing: der Erfolg jeder Kampagne ist messbar - und das kann ernüchternd wirken…
Doch gerade jetzt, in der Krise, ist der richtige Zeitpunkt, sich neuen Wegen zuzuwenden, bei Produkten, Zielgruppen, Kundenansprache, Unternehmensethik. Dann kann die Krise zur Chance werden - mit Mut, Offenheit und Phantasie.
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