Sicher haben Sie schon einmal von Xing gehört - auch wenn Sie selbst (noch) kein Mitglied sind. Über 7 Millionen Geschäfts- und Berufstätige nutzen das Netzwerk im Internet, haben dort ein Profil veröffentlicht - chatten mit Gleichgesinnten - und nutzen je nach Bedarf die Möglichkeiten eines “Social Networks”. Xing ist sozusagen das Facebook für den Beruf, das StudiVZ fürs Business. Für wen ist es interessant, dort Mitglied zu werden, was kostet es und welche Möglichkeiten bietet Xing?
Wenn Sie die Internetadresse www.xing.com (oder auch xing.de) eingeben, sehen Sie eine Startseite mit der freundlichen Aufforderung, doch “kostenloses Mitglied” zu werden. Wenn Sie das bejahen, können Sie in wenigen Schritten ein Profil über sich anlegen: mit Foto, Kontaktdaten, Beschreibung Ihrer Tätigkeit, Raum für Privates und Angaben darüber, was Sie suchen und anbieten wollen… Sie erhalten sozusagen eine kleine persönliche Internet-Seite - eine Online-Visitenkarte. Sie brauchen keine Sorge zu haben, dass Sie durch diese Anmeldung irgendwelche versteckten Verpflichtungen eingehen. Xing ist nur deshalb so erstaunlich erfolgreich geworden, weil es fair wirtschaftet.
Die kostenlose Mitgliedschaft bietet natürlich nur eingeschränkte Möglichkeiten der Online-Kommunikation - wenn Sie selbst aktiv nach Firmen, Gleichgesinnten, Gruppen oder Jobs suchen möchten, müssen Sie zahlendes Mitglied werden. Eine Premium-Mitgliedschaft kostet 5,95 Euro im Monat. Sie verlängert sich jeweils um drei Monate - und kann mit einer 14-tägigen Kündigungsfrist zum nächsten 3-Monatszeitraum gekündigt werden -bzw. in eine kostenlose Mitgliedschaft umgewandelt werden.
Für wen ist eine Mitgliedschaft sinnvoll? Unsere Kinder sind ab einem gewissen Alter ja nun fast alle in sozialen Online-Netzwerken organisiert. Sie chatten, schicken sich Fotos, treten Gruppen bei und diskutieren im Netz. Xing ist für alle “Erwachsenen”, die Partner für einen regen Austausch suchen, ideal. Das einzige Bindeglied ist die Berufstätigkeit - in welcher Form auch immer. In den Anfängen von Xing waren fast ausschließlich Selbständige, Unternehmer und Führungskräfte Mitglied, doch in der Zwischenzeit sind immer mehr Angestellte hinzugekommen.
Die hervorragenden Suchfunktionen bieten den Xing-Mitgliedern die Möglichkeit, passende Kommunikations-Partner zu finden. Gleichgültig, ob ich meine Dienstleistungen anbieten möchte, ob ich mich über ein seltenes Hobby austauschen will-oder ob ich auf der Suche nach einem Job bin - bei Xing kann ich (fast) alles finden. Es lohnt sich tatsächlich, Xing gründlich zu erforschen, denn es ist wie mit einem modernen Handy: ohne Studium der Betriebsanleitung gehen mit viele Funktionsmöglichkeiten verloren, da ich sie nicht finde.
Auf Xing gibt es 22.000 Expertengruppen. Viele davon schlummern vor sich hin - aber viele sind äußerst rege und diskutieren eifrig über gemeinsame Themen und Interessengebiete: auch über Kaffee! Im realen Leben treffen sich Xing-Mitglieder auch sehr gern. Es gibt in ganz Deutschland Xing-Gruppen, die von freiwilligen Administratoren organisiert werden - und die immer wieder zu Veranstaltungen einladen: von der Betriebsbesichtigung bis zur Sylvesterfeier, vom “Business-Speed-Dating” bis zur Visitenkartenparty.
Seit einiger Zeit gibt es auf Xing auch einen Marktplatz für Jobs und Aufträge. Dieser interessante Treffpunkt für Anbieter und Bewerber kann auf ganz neue Ideen bringen - zum Beispiel zu einem Zweitjob führen, oder auch zur Karrriereleiter werden.
Das Problem bei Xing ist vor allem: es wird schnell zum Zeitfresser. Natürlich brauche ich nicht jede Kontaktanfrage zu beantworten - wenn ich jemanden, der mich kontaktieren möchte, ablehne, wird das vom System sofort automatisch akzeptiert. Doch die meisten Anfragen sind ja interessant. Ich kann Geschäftskontakte knüpfen - oder alte Schulfreunde melden sich -oder ich werde “süchtig” nach meiner Diskussionsgruppe.
Tatsache ist, an Xing kommt dauerhaft kaum einer mehr vorbei, der an Geschäftskontakten interessiert ist. Selbst wenn man sich vornimmt, nur ein kostenloses Profil einzustellen, wird man wahrscheinlich relativ schnell in eine Premium-Mitgliedschaft wechseln, da man ja doch immer wieder kontaktiert wird - und reagieren muss und will. Der europäische Marktführer der Web 2.0-Business-Netzwerke ist 2006 sogar an die Börse gegangen und erzielte im Jahr 2008 in den ersten neun Monaten einen Umsdatz von 25,09 Millionen Euro. Neben dem Hauptsitz in Hamburg gibt es drei weitere Niederlassungen: in Beijing, Barcelona und Istanbul.
Doch die Hauptsache ist: Xing macht Spaß, Web 2.0 macht Spaß, Online-Kommunikation macht Spaß. Da können wir von unseren Kindern noch was lernen!
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