Mercedes lädt seine E-Klassen-Fahrer zu einer Tasse Kaffee ein

Schluss mit dem riskanten Sekunden-Schlaf am Steuer! Ein sehr häufiges Unfall-Risiko ist die Müdigkeit, die bei eintönigen langen Autofahrten entsteht - doch nun hat Mercedes eine Software entwickelt, die erkannt, wenn der Fahrer typische Müdigkeits-Fehler macht. Das System analysiert das Fahrverhalten und lädt den Fahrer früh genug zu einer Tasse Kaffee ein…

Mit der neuen E-Klasse präsentiert Mercedes-Benz das erste Auto, das tatsächlich schon weit vor dem gefürchteten Sekundenschlaf erkennt, wenn der Fahrer müde wird. Mit dem “Attention Assist” wird das Fahrverhalten analysiert und entsprechende Aktivitäten eingeleitet: der elektronische Assistent empfiehlt tatsächlich eine Pause mit einer Tasse Kaffee, um die Schläfrigkeits-Krise zu überwinden.

Etwa ein Viertel aller schweren Autobahn-Unfälle wird durch übermüdete Fahrer verursacht. Mercedes will nun einen Beitrag leisten, um dies erschreckenden Zahlen zu senken. Kern des Systems ist ein Software-Algorithmus, der das Fahrverhalten kontinuierlich analysiert. Verschiedene Parameter wie Geschwindigkeit, Längs- und Querbeschleunigung, aber auch Pedal- und Blinkaktivitäten werden gemessen und ausgewertet. Das System erkennt auch äußere Einflüsse wie Seitenwindeinflüsse und Fahrbahnunebenheiten.

Am aussagefähigsten ist das Lenkverhalten. Übermüdete Fahrer neigen dazu, immer wieder kurz von der Spur abzukommen -und diese ruckartig zu korrigieren. Diese charakteristischen Lenkbewegungen unterscheiden sich signifikant von “normalen” Lenkbewegungen. Tests mit Hunderten von Versuchspersonen haben ergeben, dass diese “unsaubere Spurhaltung” schon sehr früh bei Müdigkeitserscheinungen auftritt. So kann die Gefahr des gefürchteten Sekundenschlafs schon weit vorher erkannt und gebannt werden.

Direkt nach Fahrbeginn erstellt der Attention-Assistent ein individuelles Fahrerprofil. Dazu ermittelt der Lenkwinkelsensor von Kostal an der Lenksäule exakt sowohl Lenkbewegungen als auch Lenkgeschwindigkeit des Fahrers.

Die Software vergleicht permanent das aktuelle Lenkverhalten mit vorliegenden Indikatoren, die auf Müdigkeit schließen lassen. Bei Gefahr informiert das System den Fahrer, indem ein Kaffeetassen-Symbol aufleuchtet. Außerdem blinkt in der Geschwindigkeitsanzeige das Wort “Pause!”. Noch im laufenden Jahr 2009 sollen neben der E-Klasse auch die S-Klassen-Fahrzeuge mit dem Service ausgestattet werden.

Das System arbeitet bei Geschwindigkeiten zwischen 80 und 180 km/h, da dort am ehesten Müdigkeit auftaucht. Besonders riskant für Sekundenschlafanfälle sind  Langstreckenfahrten bei Dunkelheit,mit gleichbleibenden Fahrbedingungen und langen Geradeausstrecken.

Schon nach 4 Stunden Nonstop-Fahrt verdoppelt sich das Unfall-Risiko durch die verlängerte Reaktionszeit des Fahrers. Nach 6 Stunden ist das Risiko, durch Übermüdung einen Unfall zu verursachen, sogar schon achtmal so hoch. Darum lieber mal eine Tasse Kaffee unterwegs trinken und ein bisschen frische Luft schnappen. Ist doch nett, wenn das eigene Auto dazu einlädt…

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