Studie: Hausarbeit als Karrierekiller

Dass in Deutschland besonders wenig Frauen in Führungspositionen landen, ist hinreichend bekannt. Ebenfalls bekannt ist, dass Frauen im Schnitt fast ein Viertel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Doch neben den üblichen Erklärungsversuchen deckt eine Studie des Deutschen Institus für Wirtschaftsforschung (DIW) nun eine weitere Ursache auf: die Belastung der Frauen durch Hausarbeit

Die Studie kommt zu dem plakativen Ergebnis: “Hausarbeit macht arm”. Bei näherer Betrachtungsweise ist dies auch verblüffend logisch: wenn ich täglich zwei Stunden für Hausarbeit einplanen muss, kann ich mich beruflich nicht so engagieren wie meine männlichen Kollegen, denen “der Rücken freigehalten wird” - von ihren Frauen selbstverständlich.

Frauen haben auch bei einem Vollzeitjob weniger Zeit für Fortbildungen, für Netzwerke und berufliche Freizeitaktivitäten als Männer. Sie sehen sich seltener in der Lage, sich in Vereinen, branchenspezifischen Vereinigungen oder Parteien zu engagieren. Wenn sie Kinder haben, müssen sie streng nach der Uhr arbeiten und können nicht so flexibel auf unterschiedliche Arbeitsbelastungen reagieren wie Männer.

Das alles sind wichtige Faktoren, die als Karrierekiller wirken. Je anspruchsvoller eine Position ist, desto mehr Flexibilität und Einsatz wird von mir verlangt. Tatsächlich zeigt die Studie den Zusammenhang eindeutig: je mehr Hausarbeitsstunden Frauen leisten, desto weniger Geld verdienen sie im Beruf. Selbst wenn die Frauen genauso lange im Büro arbeiten wie die unbelasteten Kollegen, greift die Formel: denn die im Haushalt Tätigen suchen sich weniger energieraubende Tätigkeiten aus und achten auf die Kalkulierbarkeit der beruflichen Herausforderungen.

Selbst bei Paaren, wo beide Partner voll erwerbstätig sind, bleibt die Verteilung der Hausarbeit meist ungleich. Üblicherweise ist der Mann der Haupternährer -und im Haushalt weniger tätig als die Frau. Vor allem die Organisation der Haushaltsführung bleibt in der Regel Frauenarbeit - und das kostet Energie und beeinflusst die allgemeine Ausrichtung.

Der Prozess der gleichen beruflichen Chancen für Frauen und Männer wird weiter langsam fortschreiten. Kinderlose Paare geben sich immer mehr Mühe, die Hausarbeit gerechter aufzuteilen. In vielen europäischen Ländern werden auch Mütter vom Staat dabei unterstützt, beruflich im Sattel zu bleiben. Über die Hälfte der Schulabgänger mit Hochschulabschluss sind junge Frauen - wenn auch viele ihre Karriere wegen des Kinderwunsches abbrechen müssen. Es geht voran, langsam, aber stetig. Die Studie empfiehlt, jungen Frauen verstärkt Teilzeitstudien mit Kinderbetreuung zu ermöglichen - die Politik ist gefragt. Denn es ist doch schade, dass zurzeit der Weg gewählt werden muss, sich einfach zu entscheiden: Kinder - oder Karriere

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