Blumen im Büro: Tipps zur Schnittblumenpflege

Was gibt es Einladenderes als einen frischen Blumenstrauß am Empfang! Viele Büros, Praxen, Filialen und Betriebe mit Publikumsverkehr begrüßen ihre Besucher und Kunden mit frischen Blumen, - eine herzliche, zugewandte Geste. Doch schade ist, wenn die Blumen in der trockenen Heizungsluft schnell verblühen - darum heute ein paar Tipps zur Schnittblumenpflege

Die richtige Pflege beginnt beim Kauf. Schnittblumen haben eine lange Reise hinter sich - bei 4 Grad Celsius. Schon der Händler achtet darauf, dass die Blumen, die er einkauft, die richtige Reife haben: nicht aufgeblüht, aber auch nicht zu “knospig”. Denn Blumen, die noch im Knospenstadium sind, gehen häufig nicht auf. Kaufen Sie also Schnittblumen, die gerade beginnen, aufzublühen.

Bei gemischten Sträußen ist es wichtig, dass die Blumen nicht zu eng in der Vase stehen müssen. Keine guten Sorten für einen bunten Strauß sind Blumen, die eine milchige Substanz absondern, wie Mohn, Glockenblumen oder Euphorbien. Es sei denn, sie sind speziell vorbehandelt. Fragen Sie nach. Auch Narzissen und Hyazinthen sind nicht für Blumensträuße geeignet, da sie das Wasser zu verschleimen, was ebenfalls zu schnellem Verblühen führt.

Bringen Sie die gekauften Blumen so schnell wie möglich ins Wasser. Die geschnittenen Blumen versuchen nämlich permanent, Nährstoffe durch die Stängel zu saugen, - sind sie nicht im Wasser, ziehen sie unweigerlich Luft. Die Luftbläschen verstopfen die Kanäle im Stängel, die Blume kann sozusagen an Luftembolie sterben. Darum schneidet man Schnittblumen immer schräg an. Sehr teure Blumen wird der Händler schon direkt beim Kauf in ein Wasserröhrchen stellen, um diesen Schaden zu verhüten.

Nehmen Sie eine sehr saubere Vase, die ausreichend Platz für die Blumen bietet. Schneiden Sie die Blumen mit einem sehr scharfen Messer unter fließendem Wasser - oder in einem mit Wasser gefüllten Becken - schräg an, mindestens 2 cm vom Ende entfernt. Geben Sie die angeschnittenen Blumen daraufhin sofort in die mit Wasser gefüllte Vase. Das Wasser darf nicht eiskalt sein, am besten sind 35 bis 40 Grad Celsius - zu kaltes Wasser versetzt den Blumen einen Schock.

Je weniger Grün in dem Vasenwasser ist, desto besser. Schneiden Sie alle Blätter ab, die unterhalb dieser Grenze sind, sonst wird das Blumenwasser faulig. Die Blumen sollten locker in der Vase stehen. Als Zusatz empfiehlt sich eine Nährlösung vom Blumenfachhandel - Zucker verstärkt das Bakterienwachstum und kann ebenfalls dazu führen, dass die Stängel verstopfen. Ein Schuss Zitrone hingegen ist gut, da es den Kalk im Wasser mindert.

Bei Tulpen sollte man nicht zu viel Wasser in die Vase geben, da Tulpen dazu neigen, auch im geschnittenen Zustand weiter zu wachsen. Je kühler und entfernter von Heizung und Fenster diese Frühlingsboten stehen, desto länger hat man seine Freude daran.

Keine guten Nachbarn für Schnittblumen sind Obst und offenes Feuer. Denn dort wird das Gas Äthylen freigesetzt, das die Blumen beim Blühen behindert. Ebenfalls ungünstig sind Heizkörper, Zugluft und direktes Sonnenlicht. Das alles beschleunigt den Welkungsprozess.

Das Blumenwasser sollte am besten täglich gewechselt werden - spätestens aber immer dann, wenn es trüb erscheint. Denn alles, was das klare Wasser verschmutzt, kann auch die Stängelkanäle verstopfen, bzw. Bakterienwachstum fördern. Das tägliche weitere Anschneiden der Blumen ist vor allem dann ratsam, wenn die Stängelenden verstopft und/oder schleimig aussehen.

Alles Verblühte sollte schnellstmöglich entfernt werden, um die anderen Blumen nicht zu schädigen. Denn verblühte Blumenanteile setzen Gifte frei. Bei Rosen und anderen Blumen, die buschig wachsen, können die verblühten Anteile mit einer Schere herausgeschnitten werden.

Für Rosen und Sonnenblumen ist heißes Wasser sehr gut. Diese Blumen sollten auf jeden Fall täglich lang schräg angeschnitten werden. Lassen Rosen die Köpfe hängen, kann man den Schaden oft dadurch beheben, dass man die Stängelhälse über Nacht mit feuchtem Zeitungapapier umwickelt. Eine rapide Kur kann es sein, die Blumen über Nacht komplett in Wasser zu legen - aber bitte in handwarmes bis warmes Wasser.

Die richtige Pflege der Blumen zahlt sich auf jeden Fall aus. Eine Studie, die die Lebensdauer von Rosen untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass die Blumen - je nach Pflege - zwischen 2 und 33 Tagen haltbar blieben! Übrigens sind gentechnisch veränderte Schnittblumen noch eine seltene Ausnahme - die Technologie beschränkt sich vor allem auf Nutzpflanzen. Doch die Arbeitsbedingungen in afrikanischen und südamerikanischen Blumenanbaugebieten sind so katastrophal, dass es schon Sinn macht, sich auf Blumen aus der EU zu konzentrieren. Essen sollte man Schnittblumen besser nicht: sie sind so mit Pestiziden besprüht (vor allem Blumen aus Übersee), dass gesundheitliche Schäden die Folge sein können. Floristen ziehen sogar Handschuhe über, wenn sie ihre Blumen bearbeiten, um sich nicht zu schädigen…

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