Definition Mind-Mapping - ein Instrument zur Ideen-Strukturierung

In aller Munde: das Mind-Mapping. In der Hochschule wohl eins der beliebtesten Instrumente der Strukturierung von Ideen und Team-Works, greifen auch Manager und Entscheider gern auf diese Methode zurück, ob im Meeting oder für sich allein. “Hast Du was vor - schreib es auf!”

Das Mind-Mapping beruht auf der Einsicht, dass linke und rechte Gehirnhälfte am besten sinnvoll zusammenarbeiten, um ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln. Links sitzt die Ratio - und rechts die Kreativität. Zusammenhänge werden sichtbar gemacht, Logik und Phantasie gleichwertig berücksichtigt -und es geht schnell! Ich selbst verwende diese Technik häufig bei (langweiligen) Vorträgen, um das Bestmögliche für mich daraus zu ziehen - und mich nicht mehr zu langweilen…

Vorgehensweise:

1. das Thema definieren -oder noch besser, das richtige Ziel finden, aufschreiben und einkringeln. Das kommt ins Zentrum des Papiers. Je größer dieses Blatt ist, desto besser. Das richtige Ziel zu finden ist übrigens eine “Königsdisziplin”! Ein Coach sagte mir einmal: “Wenn man erst einmal das konkrete Ziel gefunden hat, ist die Lösung schon zu 80% erarbeitet”. Klingt komisch? Stimmt aber. Viele Unternehmer sagen z.B. “Mein Ziel ist mehr Umsatz”. Das ist so konkret wie “Mein Ziel ist glücklich werden”. Also gar nichts. Erst wenn ich ein Ziel so konkret benennen kann, dass es visualisiert vor mir steht - ich es mir also konkret vorstellen kann - ist es eine Arbeitsgrundlage.

2. Ich nehme verschiedene Stifte (z.B. vier Kugelroller in vier Farben) und beginne, nach Lust und Laune Assoziationen zum Thema um das Zentrum herum anzuordnen. Ich kann den Farben verschiedenen Eigenschaften zuteilen: z.B. Ich, Wir, Ihr, Außenwelt. Oder Vorteile, Nachteile, Förderndes, Widerstände - was ich will. Ich muss nur eins bedenken: was steht, das steht. Grundsatz ist: “Fasse Dich kurz!” Aber bitte keine Schere im Kopf. Sehr schön ist es, wenn auf der “Gehirn-Landkarte” auch ein Bereich für Träume, Geheimnisse, Visionen, Intuitionen Platz ist. Das inspiriert die “vernünftigen” Aspekte gehörig.

Natürlich gibt es zu jedem Bereich wieder Unterpunkte, und dann wieder Unterpunkte zu den Unterpunkten. Am Schluss sieht das Blatt aus wie ein Wurzelgeflecht. Ob rund oder eckig, durcheinander oder schön ordentlich - das ist von Temperament zu Temperament verschieden.

3. Ja, und jetzt? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten:

- man kann es aufhängen und für alle Beteiligten sichtbar machen

- man kann es für sich aufhängen, weiter dran malen und so lange hängen lassen, bis es einem “alt” erscheint

- man kann kurz zusammenfassen, was man daraus gelernt hat -je kürzer - je besser - kann es zusammenfalten und irgendwann zum “Controlling” wieder hervorholen

- man kann daraus einen Arbeitsablauf entwickeln und datieren. Am besten rückwärts: also das Endziel datieren, und dann langsam die Schritte, die bis dahin erledigt sein müssen, rückwärts abarbeiten. Im Kalender eintragen -und fertig ist der Arbeitsplan! (z.B. als Arbeitsplan zur Vorbereitung einer Messe wunderbar)

- oder man kann es wegwerfen!

In jedem Fall hilft die Visualisierung bei der Erreichung konkreter Ziele. Einmal durchdacht, erhalten Gedanken eine Eigendynamik und suchen sich ihren Weg zur Realisierung - oder Verwerfung des Themas. Denn auch Irrtümer können durch Visualisierungen aufgelöst werden.

Literatur zum Thema:

Ingemar Svantesson: Mind Mapping und Gedächtnistraining (bei amazon)

Tony Buzan: Kopftraining: Anleitung zum kreativen Denken (bei amazon)

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