Büroluft: hohe Luftfeuchtigkeit, trockene Luft oder Durchzug?

Die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland arbeitet im Büro, häufig zu zweit oder in größeren Bürogemeinschaften. Gerade im Winter entsteht immer wieder Streit um die Frage: Fenster auf oder Fenster zu. Hat der eine das Gefühl, fast zu ersticken, ist es dem anderen schon wieder zu kalt. Richtig ist,  dass das Raumklima im Büro entscheidenden Einfluss auf Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit hat…

die goldene Regel besagt, zu Hause wie am Arbeitsplatz: kurz und heftig lüften, dann die Fenster wieder schließen. Doch bei intensiv beheizten Räumen haben die Mitarbeiter häufig schon nach wenigen Minuten das Gefühl, die frische Luft sei wieder völlig verbraucht - und nur ein stets auf Kippe gestelltes Fenster gewähre Schutz vor der trockenen, mit Abgasen geschwängerten stickigen Kopfschmerz-Luft.

Doch da besteht ein Denk-Fehler: gerade das intensive Lüften sorgt für trockene Luft im Raum! Das kommt daher, dass die kalte Außenluft, die bei geöffnetem Fenster hineinströmt. in der Kälte da draußen nur wenig Wasser aufnehmen kann. Wenn sie es nun drinnen schön warm hat, reichert sie sich mit der vorhandenen Feuchtigkeit an - und die Luft wird trocken.

Anders herum: wenn man selten lüftet, bleibt die Luft zwar feucht, wird aber zunehmend gefüllt mit ausgeatmetem Kohlendioxyd. Das kann bis zu Schwindel und Kopfschmerzen führen, die Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt, die Konzentration lässt nach, und schlechte Laune bekommt man auch.

Der Anteil an Luftfeuchtigkeit sollte in geheizten Räumen mindestens 30 Prozent, maximal 75 Prozent betragen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit entsteht durch Atemluft und Wärme. Abgesehen von den gesundheitlichen Beeinträchtigungen können sich in feuchter Luft Schimmel und Bakterien vermehren. Bei Verdacht auf zu hohe Luftfeuchtigkeit sollte man im Interesse aller eine Messung durchführen. Gemessen wird mit einem Hygrometer. Alles, was über 75 Prozent liegt, muss als ernsthaftes Problem angegangen werden. Abgesehen von häufigem Stoßlüften helfen allerdings nur Baumaßnahmen, um dem Übel der zu dichten Räume beizukommen.

Zu trockene Luft und Zugluft durch zu viel Lüften sind wohl gesundheitsschädlicher als eine hohe Luftfeuchtigkeit. Trockene Luft belastet Schleimhäute, Haut und Atemwege. Bekannt und gefürchtet sind zum Beispiel latent entzündete Augen, ausgetrocknete Nasenschleimhäute und gereizte Atemwege mit trockenem Reizhusten. Die Folge sind Erkältungskrankheiten und eine allgemein erhöhte Infektionsgefahr.

Das dritte Phänomen sind die Folgen von Zugluft. Wer häufig am geöffneten Fenster sitzt, oder im Durchzug zwischen Fenster und geöffneter Tür, kann leicht Nackenschmerzen und Rückenprobleme bekommen. Der Durchzug führt zu einer verkrampften Sitzhaltung. Gerade der Nacken ist schnell verspannt, ohne dass man es bewusst wahrnimmt. Die gesundheitlichen Schäden sind besonders folgenreich. Gerade Rückenprobleme potenzieren sich gerne zu schweren Krankheitsbildern.

Also was tun? Schimmel und Bakterien in schwülem Tropenklima - oder austrocknen und verkrampfen im Trockendurchzug? Hat man wirklich nur die Wahl zwischen zwei Übeln im Winter?

Im Handel werden gegen feuchte Luft natürlich Geräte angeboten, Luftentfeuchter mit Granulaten etwa. Doch die Wirksamkeit ist so unbedeutend, dass davon abzuraten ist. Häufig lüften, die Wärmedämmung ansehen, eventuell Gegenmaßnahmen ergreifen. Mehr geht nicht. Sich nicht so viel Sorgen machen, einfach immer wieder kurz lüften. Sozusagen als Mini-Wintersport auffassen…

Bei zu trockener Luft geht schon mehr. Die Königslösung ist ein ausreichend großer Zimmerbrunnen, der die Raumluft permanent befeuchtet. Die bekannten Gegenmaßnahmen mit Luftbefeuchtern an der Heizung, oder auch nassen Handtüchern auf der Heizung, erlahmen leicht an der fehlenden Beharrlichkeit, die Geräte immer wieder aufzufüllen. Viele Zimmerpflanzen können ebenfalls Abhilfe schaffen, außerdem sehen sie schön aus und machen gute Laune.

Das oberste Prinzp des guten Klimas im Büro ist und bleibt: Schützen Sie sich vor Durchzug! Das ist und bleibt der winterliche Gegner Nummer 1.

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