Erst hatte ich es nicht verstanden: Umweltverschmutzung durch “Googlen”? Klimakiller Suchmaschine? Doch bei meiner heutigen Durchforstung nach interessanten News machte es endlich “klick”: wenn ich Wasser für eine Tasse Kaffee zum Kochen bringe, nutze ich dafür ebenso viel Energie wie wenn ich zweimal nach Informationen bei Google suche! Warum man das ernsthaft behaupten kann…
Google ist für uns ja nur in einem winzigen Ausschnitt sichtbar: das Google-Feld und die Google-Servives mit den Google-Anzeigen eben. Doch dahinter verbirgt sich eine riesige Maschinerie an Computern, Servern, Großrechnern und Geräten, die diese für ihre Arbeit brauchen: Kühlgeräte, Notstromaggregate, und sicher noch viel mehr.
Und jedesmal, wenn wir Google auf die Suche schicken mit einem Suchbegriff (oder zwei, oder drei) machen sich stomfressende Geräte auf den Weg, um uns in Sekundenschnelle fündig werden zu lassen. Und so kosten zwei Suchanfragen ungefähr soviel Energie wie die Erhitzung von Wasser bis zum Kochen für eine Tasse Kaffee.
Wobei ich mich frage, wie diese klugen Leute denn ihren Kaffee kochen! Mit Wasserkocher handgefiltert, mit einer konventionellen Kaffeemaschine, mit frisch gemahlenen Kaffeebohnen aus der Luxus-Köstlich-Maschine - oder wie? Schließlich mussten die Bohnen beim Mahlen auch mit Stromzufuhr gemahlen werden!
Naja, wahrscheinlich wollten sie das schnöde “125 ml Wasser zum Kochen bringen” veredeln, damit die Dramatik der Geschichte besser aufgenommen wird: Du musst Dich entscheiden: Kaffee oder Googlen.
Manchmal erinnert mich die Klimadebatte an meine gute, alte Tante Josephine. Die ist so sparsam, dass sie sogar gebrauchte Gefrierbeutel spült, um sie mehrmals benutzen zu können. Und ein Streichholz für den Gasherd zündet sie an der “ewigen Flamme” in ihrem Gasboiler an - so kann sie es, wenn sie schnell ist, dreimal verwenden!
Am meisten spart Tante Josephine am Besuch: da sie im Winter so überaus sparsam heizt, kommt nämlich keiner. Oder geht schnell wieder, weil er so friert. Obwohl, die Wissenschaftler müssten doch mal ausrechnen, was mehr Energie verbraucht: Besuch, der zwei Tassen Kaffee trinkt, dafür aber die Raumwärme erhöht - oder der Fernseher, der immer dann läuft, wenn kein Besuch da ist. Mmm, es gibt wirklich noch viel zu optimieren im Leben!
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