Die “Sandwich-Manager”: Druck von oben und Druck von unten

Führungskräfte im mittleren Management werden gleich von drei Seiten bedrängt. Chef, Kollegen und Untergebene machen den leitenden Angestellten häufig das Leben schwer. Wie kann man am besten so eine Aufgabe bewältigen, ohne seine Freude an der Arbeit zu verlieren - oder gar krank zu werden?
Top-Manager machen es sich oft leicht: sie erwarten von den Managern auf mittlerer Führungsebene beste Arbeit für gutes Geld. Da bleiben die Emotionen schnell auf der Strecke. Statt einem verständnisvollem Miteinander erfährt der “Sandwich-Manager” häufig kalte schnelle Anweisungen, die er auszuführen hat. Gerade in Zeiten der Rezession, die im schlimmsten Fall mit Personalabbau verbunden sein können, steckt er zwischen allen Stühlen.

Die lieben Kollegen auf gleicher Ebene sind nicht selten interessiert daran, sich selbst auf Kosten mental “schwächerer” Führungskräfte zu profilieren. Das geschieht vor allem versteckt und hinter dem Rücken. Gerade in Deutschland sind Berufstätige stark “nach oben” ausgerichtet, wollen dem Chef gefallen. Solidarität mit Gleichberechtigten ist eher unterwickelt. Und mutig verständnisvolles Führen von Abhängigen ist nicht gerade eine typisch deutsche Eigenschaft.

Untergebene hingegen sind die “heimliche Macht im Staate”. Schon Nero, der berühmt-berüchtigte römische Kaiser, fürchtete nur eins: den römischen Mob, die breite römische Masse. Nach Studien haben 20% der Angestellten in Deutschland innerlich gekündigt. Angeblich sind 90% unzufrieden mit ihrem Job. Keine leichte Position für die mittleren Führungskräfte, die auf das Engagement und die eigenverantwortliche Mitarbeit der Angestellten angewiesen sind. Durch innerliche Ablehnung und Verweigerung entstehen den Unternehmen die größten Schäden. Werden Kunden unfreundlich oder gelangweilt abgefertigt, verliert man schnell wichtige Geschäftspartner.

Also was tun?

1. den Chef kann man nicht ändern. Entweder man lebt mit ihm - oder man sucht sich eine neue Beschäftigung. Doch ob man wirklich so leicht ein besseres Arbeitsklima findet, ist nicht gesagt. Das Beste ist, man entwickelt die Gelassenheit, die situativen Momente nicht zu wichtig zu nehmen und emotionsfrei auf die nächsten zu warten - denn aller Erfahrung nach wird ja doch nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

2. auch die Kollegen muss man so nehmen, wie sie sind. Doch Unschuld und Naivität sind im “Kampf der Gleichen” nur bedingt von Nutzen. Keinesfalls sollte man in die Rolle des Opfers flüchten. Es ist wie bei den Hunden: wenn ein Rüde merkt, dass ein anderer Rüde sich fürchtet, beißt er gern zu. Versuchen Sie, Ihre Qualitäten und Fähigkeiten realistisch und selbstbewusst einschätzen zu lernen. Nicht zu viel, und nicht zu wenig. Managementseminare, die sich mit Persönlichkeitsentwicklung und Stärken/ Schwächenanalysen auseinandersetzen, sind eine überaus wirksame Hilfe. Denn nur wenn Sie sich kennen, können Sie bewusst und gelassen auf Angriffe reagieren. Das Zauberwort heißt: “Selbstvertrauen”

3. die Untergebenen: manche Vorgesetzte wünschen sich die Verbrüderung mit den Mitarbeitern, manche wünschen sich, lieber gefürchtet als geliebt zu werden. Auf der Ebene der Personalführung zählt jedoch nur eins: “Die goldene Mitte”. Zu strenge Chefs verlieren die guten Leute - oder die guten Leute werden schlechte Leute… und die zu lieben Chefs werden ausgenutzt und verlieren die Kontrolle. Beides ist schlimm - das erste ist schlimmer. Zu strenge Chefs können in kurzer Zeit zerstören, was in langen Jahren an Qualität gewachsen ist. Der Schaden ist so immens, dass schon manches Unternehmen daran zugrunde gegangen ist. Zu nachsichtige Chefs können auf eine andere Position umgeleitet werden. Wenn es möglich ist, das geeignete Tätigkeitsfeld für sie zu finden, sind sie häufig selbst sogar sehr einverstanden mit der Lösung - und ein neuer, führungsfähiger Verantwortlicher wird schnell einen neuen Wind wehen lassen, ohne dass jemand darüber böse ist und sich verweigert.

Es ist wie in der Schule: am beliebtesten sind die Lehrer, die sich durchsetzen können, Humor haben und Verständnis. Nur leider sind diese großartigen Führungspersönlichkeiten bei uns so schwer zu finden! So bleibt zu wünschen, dass die nachwachsende Jugend freiwillig gern ihr Bestes gibt und mit demokratisch gesinnten Chefs gut klar kommt, ohne das Vertrauen zu missbrauchen. Was in unseren Nachbarländern funktioniert, wird hoffentlich auch bei uns in wenigen Jahrzehnten Standard werden.

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