Büroliebe: das Coming-Out

Es ist eine wunderbare Zeit, sich langsam kennen zu lernen, das Knistern zu spüren, zu flirten, die erste gemeinsam getrunkene Tasse Büro-Kaffee, das erste Rendezvous, die ersten heimlichen gemeinsamen Stunden… doch irgendwann kann es kein verstecktes Abenteuer mehr bleiben! Die Kollegen werden misstrauisch, die Fragen werden direkter, der “Büroklatsch” muss gezügelt werden. Aber wie kann man eine heimliche Beziehung öffentlich bekannt machen - ohne unangenehme Konsequenzen tragen zu müssen?

1. Regel des Coming-Out: bitte nicht zu früh! Geben Sie Ihrer frischen Liebesgeschichte Zeit, sich zu strecken und zu formen. Denn gerade im ersten halben Jahr kann viel passieren - auch viel Unerfreuliches. Schlimm ist, wenn ein heißblütiges Liebespaar mal verliebt ist, dann mit viel öffentlichem Drama getrennt, dann wieder zusammen, dann wieder getrennt…unerträglich für die Umgebung!
Oder aus einem gewichtigen Grund werden Sie plötzlich “Feinde”! Vielleicht sind Ihre Gefühle so verletzt, dass Sie den/die Andere/n absolut nicht mehr ertragen können! Also abwarten und Kaffee trinken. Lange abwarten und Kaffee trinken. Und noch ein bisschen länger Kaffee trinken und abwarten.

2. Regel des Coming-Out: nicht mit dem Erzählen beginnen, solange der/die Herzallerliebste nicht das Einverständnis gegeben hat! Schon manch zartes Beziehungspflänzchen ist daran eingegangen, dass leichtfertig darüber getuschelt und geredet wurde. Gerade Männer sind oft sehr empfindlich, wenn sie das Gefühl haben, von Frauen als Mann und Liebhaber “auseinander genommen” zu werden! Klar merkt er es eine Zeitlang nicht - aber wenn er sich erst einmal verraten und missbraucht fühlt, kann das tiefe Wunden reißen - auch unheilbare.

3. Regel des Coming-Out: die Planung desselben. Nehmen Sie sich gemeinsam Zeit für ein “Brainstorming” - wie im Geschäftsleben! Das verhindert nicht nur unbedachtes Porzellangeschepper - es macht auch Spaß und regt die Kreativität an. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf! Vom “versehentlichen” Zettel-Fallen-Lassen bis zur Öffentlichen Bekanntmachung mit Tusch - spielen Sie viele Möglichkeiten durch, genießen Sie die Freude am Visualisieren - und die richtige Lösung wird sich garantiert finden.

Zum guten Schluss: bis zu einem Drittel aller späteren Ehen fanden ihren Anfang am Arbeitsplatz. Einer Studie nach waren zwei Drittel der Befragten schon einmal in eine/n Arbeitskollegen/-in verliebt. Und 43 Prozent hatten schon einmal ein Liebes-Verhältnis im Job. Männer sind übrigens unbekümmerter als Frauen, die lieber mit der Veröffentlichung länger warten und überhaupt mehr Bedenken zeigen.

“Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.”
Johann Wolfgang von Goethe

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